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Machete

Was ist eine Machete?

Bei einer Machete handelt es sich um ein langes, gebogenes Messer mit breiter Klinge, die typischerweise eine Länge von 32,5 bis 45 cm sowie eine Stärke von etwa 3 mm aufweist.

Der Name, der aus dem spanischen Wort macho hergeleitet ist, bedeutet übersetzt Hammer.

Ursprünglich wurden die großen Messer um Urwald eingesetzt, um den Weg frei zu schneiden. Doch auch ihrem Einsatz in der Landwirtschaft wird dem Messer, besonders in Lateinamerika und subtropischen Gebieten, große Verwendung zugeschrieben.

 

Mittlerweile hat das typisch südamerikanische Buschmesser Kultstatus erreicht und freut sich auch in Sammlerhand sowie zu Dekozwecken an großer Beliebtheit.

Herkunft und Geschichte

Die typische Machete, die man aus Abenteuerfilmen kennt, hat Ihren Ursprung im Amazonasgebiet in Südamerika. Hier wurde sie als Arbeitswerkzeug genutzt, mit dem der Weg durch den Dschungel freigeschlagen wurde. Doch auch in der Landwirtschaft wurde das Werkzeug immer wichtiger. Die einfache Handhabung der großen Messer erleichterte die Arbeit auf Zuckerrohr- und Maisfeldern um ein Vielfaches.

Die Machete: Messer mit vielen Facetten


Neben dem traditionellen Modell aus Südamerika entstanden zur gleichen Zeit auf der ganzen Welt unterschiedliche Typen, die sich in Ihren Einsatzgebieten sowie in Ihrer Form und Größe stark ähneln.

Je nach Kultur, Einsatzbereich und den vorhandenen natürlichen Ressourcen unterscheiden sich die Buschmesser in Ihrer Klingenform oder am Griff.

Verwendung in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft wird das Werkzeug hauptsächlich in der Zuckerrohrproduktion eingesetzt. Die lange, scharfe Klinge eignet sich ideal, um das Zuckerrohr kurz oberhalb der Wurzel abzutrennen und die Stängel durch das Entfernen der Blätter zu säubern.

Des Weiteren nutzen die Bauern die lange Klinge, um Zuckerrohrfelder und Gemüsebeete von grobem Unkraut zu befreien, welches die Qualität der Ernte beeinträchtigen würde.

Besonders in armen Regionen, in der Erntemaschinen eine Seltenheit sind, oder in Regionen, in denen auf Grund der Bodenstruktur keine landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt werden dürfen, findet das Werkzeug noch immer Verwendung.

Doch auch bei der Gartenarbeit oder bei der Arbeit auf Grundstücken, auf denen keine Stromversorgung vorhanden ist, eignet sich das praktische Messer ideal, um dichtes Unkraut wie Diesteln, Brennnesseln oder Brombeeren zu entfernen.

Landwirtschaft

 

Machete: Waffe oder Werkzeug?

Das große Buschmesser ist nicht nur als Werkzeug bekannt, sondern auch als Waffe.

Neben der Verwendung zu landwirtschaftlichen Zwecken, wurde es bei historischen Aufständen als Schlag- und Stichwaffe zweckentfremdet.

 

Neben den Angehörigen der Zuckerrohrkolonien, die das Werkzeug im 17., 18. und 19. Jahrhundert als Nahkampfwaffe einsetzten, kam sie auch beim kubanischen Befreiungskrieg von 1868 bis 1898 gegen die spanische Kolonialmacht zum Einsatz.

 

Besonders gefürchtet war die Waffe aufgrund der schweren Verletzungen, die mit der starken, langen Klinge angerichtet werden können. Schließlich durchdringt die lange, dicke Klinge nicht nur Zuckerrohr und Unterholz, sondern auch Haut, Sehnen und Knochen.

 

Ein weiteres geschichtliches Ereignis war der Völkermord in Ruanda, bei dem die Interahamwe-Milizen das Buschmesser als Kampf- und Mordwaffe gegen die Tutsi eingesetzt haben.

 

Zudem ist der Gebrauch der Machete-Waffe noch heute typisch für die Tonton Macoutes, einer haitianischen Miliz.

 

Generell und mit wenigen Ausnahmen hat das Buschmesser Ihre Bedeutung als Waffe verloren, als mehrschüssige Feuerwaffen entwickelt wurden. Trotzdem ist sie noch heute eine beliebte Requisite in Horror- und Actionfilmen.

 

Kulturelle Bedeutung

Auch in der Kultur vieler Länder spielt die Machete eine große Rolle, da sie viele Jahrhunderte und noch heute ein wichtiges Werkzeug der Landwirtschaft ist und auch in privaten Haushalten große Verwendung findet.

 

So ist sie beispielsweise, im Zusammenspiel mit einem Zahnrad, Teil der Angolanischen Flagge.

Flagge Angola

Doch auch in der Kunst des Tanzes spiel das Messer als Accessoires eine große Rolle.

So ist es beispielsweise eine Performance-Waffe, die im brasilianischen Kampftanz Maculelê oder im mexikanischen Folklore-Tanz „Danza de los Machetes“, genutzt wird.

 

Des Weiteren zählt das Buschmesser als Teil traditioneller Kleidung bei kleinen südamerikanischen Völkern. Das „Symbol der Männlichkeit“ wird in einer ledernen, bestickten Scheide am Gürtel oder an Schärpen um die Taille getragen.

 

Ähnliche Gegenstände

Neben lateinamerikanischen und subtropischen Verwendern wurden und werden weltweit sehr ähnliche Werkzeuge verwendet:

  • Kopis: Ein altes Hiebschwert griechischen Ursprungs
  • Makhhaira: Ein großes, geschwungenes Messer, dass von persischen und griechischen Reitern verwendet wurde
  • Sax: Eine Hiebwaffe, die von der Eisenzeit bis zum Hochmittelalter in Mittel- und Nordwesteuropa verbreitet war
  • Khukuri: Eine stark gebogenes Messer aus Nepal, dass als Werkzeug und auch als Waffe verwendet wird
  • Parang: Ein großes Messer aus dem malaiischen Archipel 
  • Großes Messer: Eine in Europa verbreitete Klingenwaffe aus der Zeit um 15000
  • Dao: Ein traditionell chinesischer Säbel

 

Anfertigung

Neben hochwertigen Materialien spielt auch die Form eine große Rolle bei der Fertigung der großen Buschmesser. Je nach Einsatzgebiet – ab als Hack- oder Schneidewerkzeug – wird eine andere Form bevorzugt, die die Bewegung besser ausgleichen und so eine höhere Langlebigkeit vorweisen kann.

Materialien

Zum Einsatz kommen oftmals mittlere bis hochkohlefarbige Stähle (Carbonstahl) zwischen 1050 und 1095 oder rostfreier Edelstahl.

Der Unterschied der beiden Materialien liegt dabei, dass Carbonstahl sehr hart und schnitthaltig ist, Edelstahl jedoch rostfrei. Bei einem Modells aus Carbonstahl ist deshalb unbedingt darauf zu achten, dass der Kontakt mit Feuchtigkeit vermieden wird, da die Klinge nicht rostfrei ist.

 

Der Vorteil bei der Herstellung des Werkzeuges ist, dass sie sich relativ simpel gestaltet.

Anders als früher werden die Klingen aus Stahlplatten gestanzt und geschliffen. Dies garantiert nicht nur eine einheitliche Stärke der Klinge, sondern auch die optimale Form und Gewichtsverteilung. Nur einige exklusive neue oder alte Sammlerstücke werden und wurden von einem Schmied hergestellt.

 

Der Vorteil an gestanzten Stahlklingen ist, dass jeder Besitzer die Klinge selber schärfen kann.

Bei der Weiterverarbeitung wird die fertige Klinge zwischen dem zweiteiligen Griff aus Holz oder Kunststoff verschraubt, vernietet oder verklebt. Je nach Art unterscheidet sich auch der Griff.

 

Bekannte Hersteller

Neben der Marke Eigenbau gibt es viele renommierte Hersteller, die sich in der Vergangenheit und in der Gegenwart durch hohe Qualität einen Namhaften Ruf erarbeitet haben. Einer der bekanntesten Hersteller war lange Zeit die Collins & Company, die vom Amerikaner Samuel W. Collins in der spanischsprachigen Karibik gegründet wurde. Die Qualitätsprodukte, die erstmals im Jahre 1845 verkauft wurden, galten damals als extrem hochwertig.

 

Heute werden, besonders in Europa, die Hersteller Condor und Cold Steel bevorzugt.

 

Machete schärfen

Die Klinge kann, wie bei einem normalen Messer mit einem Schleifgerät oder einem Sensenschleifer aus dem Baumarkt geschärft werden. Geachtet werden sollte darauf, dass die Klinge nicht zu dünn und heiß sowie im richtigen Winkel geschliffen wird.

 

Ebenfalls ist es empfehlenswert, den Grundschliff von einem Spezialisten (zum Beispiel Schreiner oder Schlachter) durchführen zu lassen, um beim Machete schärfen optimale Ergebnisse zu erhalten.

Legaler Status

Die Frage, ob eine Machete legal ist, stellen sich viele Interessenten. Die Antwort lautet ja.

Da das Messer als Werkzeug gilt, ist es frei verkäuflich und kann sogar im Internet bestellt werden.

 

Lediglich das Mitführen auf öffentlichen Plätzen, bei Straßenfesten oder Veranstaltungen kann für den Träger zu Problemen führen.

Im Vordergrund sollte immer stehen, dass das große Buschmesser als Werkzeug und nicht als Waffe eingesetzt werden soll. Aus diesem Grund hat die Zweckmäßigkeit immer Vorrang. Wer das Werkzeug beispielsweise in einem Supermarkt trägt, muss damit rechnen, dass es abgenommen wird, auch, wenn es eigentlich legal ist.

Im eigenen Heim, beim Überlebenstraining im Wald oder bei einem (legalen) Jagd- oder Angelausflug ist das Besitzen oder Mitführen absolut legal.

Machetentypen

Da die großen Messer von unterschiedlichen Völkern der ganzen Erde verwendet wurden und werden, machen sich die Unterschiede vor allem in der Form der Klinge bemerkbar.

Unterschiedliche Typen:

 

  •    Latin oder traditionelle Machete:

     Typisch für das traditionelle Latin-Modell ist ein Messerblatt mit geradem Rücken, einer leichten Biegung des Klingenendes und einer gleichmäßig gewichteten, dicken Klinge. Wie der Name verrät, stammt die Latin aus dem südamerikanischen Raum und wird heute noch als beliebtes Werkzeug in der Landwirtschaft, bei der Gartenarbeit und bei der Verarbeitung von Lebensmitteln (z.B. Kokosnüsse) verwendet.

 

  •    Bolo:

     Die Bolo wird stammt ursprünglich aus den Philippinen, ist aber in ganz Südostasien verbreitet. Teilweise sieht man sie sogar in Süd- und Nordamerika sowie auf Cuba. Die extra dicke Klinge, die sich im vorderen Bereich leicht nach oben biegt, ist extrem stabil, schwungvoll und kann ideal als Hackwerkzeug verwendet werden.

 

  •    Kukri:

     Das nepalesische Kukri oder auch Khukuri ist in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt und eignet sich optimal zum Hacken von Kleinholz, Zuckerrohr etc.

     Die breite Spitze der etwa 16 Zoll langen Klinge kann zudem zum Stechen und Bohren genutzt werden, während der schmale Bereich nahe des Griffs zum Abschaben von Rinde und Blättern oder zum Schnitzen vorgesehen ist.

 

  •    Parang:

     Die Parang ist ein weiterer Typ aus Südostasien und weist in der Regel eine dicke Klinge mit einer Länge von bis zu 24 Zoll auf, die primär geschliffen ist. Die Parang ist mit einem breiten Ende ausgestattet, die verhindern soll, dass das Werkzeug aus der Hand rutscht.  Eingesetzt wird die Parang größtenteils in Malaysia und Indonesien, wo sie als Werkzeug genutzt wird.

 

  •    Golok:

     Das Golock-Messer stammt, wie die Parang, aus Südostasien, ist aber deutlich kürzer. Zudem hat ist die kurze Klinge extrem scharf und weist einen guten Schliff vor, was das große Messer zum idealen Transportwerkzeug macht. Das Golock-Messer ist zudem ein Männlichkeitssymbol in vielen indonesischen Teilkulturen.

 

  •    Borong:

     Die Klinge des Borongs ist geformt wie ein breites Blatt. Die Länge und Breite der Klinge kann stark variieren und ist typischerweise nur auf einer Seite geschliffen. Das Borong, welches einst als Werkzeug Verwendung fand, ist heute ein Statussymbol in der philippinischen Kultur und Teil der Kampfkunst.

 

  •    Bowie:

     Die von dem Amerikaner entwickelte Bowie ist als Überlebens-Messer bekannt und wurde für den Einsatz von Waldarbeitern, Anglern und Überlebenskünstlern entwickelt. Sie ist mit einem aufstrebenden Clip-Point-Spitze ausgestattet, die sich ideal zum Enthäuten von Wild und Tieren eignet.

 

  •    Panga:

     Die Panga hat eine Klinge mit breiter Rückseite und einer Länge von etwa 40 bis 45 cm. Die bauchige Form und das hohe Gewicht machen die Panga zum idealen Hackwerkzeug, während die gebündelte Kraft der Spitze ideale zum Aufspießen und Durchbohren von Fleisch oder Haut genutzt werden kann.

 

  •    Tapanga:

     Die Tapanga weist eine stumpfe Klinge mit Meißel-ähnlicher Spitze auf. Traditionell für die Tapanga sind drei parallel verlaufende Rillen in der Klinge, die beim Hacken ein besseres Gleichgewicht sowie eine leichte Federung gewährleisten sollen.

 

  •    Cane:

     Bei der Cane handelt es sich um eine stumpfe Rohr-Machete, die ursprünglich zur Ernte von Maisstroh und Zuckerrohr diente.

     Am oberen Ende der Klinge findet man typischerweise eine Art Widerhaken, der das Herausziehen des abgetrennten Rohres vereinfachen soll. Der Rücken der Cane ist meist gerade, während die Klinge stark gebogen ist und geradlinig und ohne Spitze endet.

 

Fazit

Macheten sind in der einfachen Landwirtschaft sowie in der Küchen- und Gartenarbeit optimale Begleiter. Je nach Einsatzgebiet können bestimmte Typen vorteilhaft sein. Ein rutschfester Griff und handlicher Griff ist immer das A und O, um eine handliche und einfache Arbeit gewährleisten zu können.