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Schusssichere Weste Material

 

Woraus bestehen schusssichere Westen?

Schutzwesten werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, die unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien unterliegen. Man unterscheidet zwischen Hart- und Weichballistik. Durch die Kombination dieser Prinzipien können bestimmte Schutzwirkungen erreicht werden.

Kugelsichere Westen, die aus weichen Material bestehen, setzen sich aus widerstandsfähigen Kunstfasern zusammen. Es liegen mehrere Schichten aufeinander, die die Geschossenergie verbrauchen. Kugelsichere Westen aus Kunstfasern müssen nach einigen Jahren ausgetauscht werden, weil das Material altert und seine Schutzwirkung verliert. Meistens werden Westen, die ausschließlich aus Weichballistik bestehen, in die unteren Schutzklassen eingeordnet.

 

Westen der Schutzklasse 1 und 2 bestehen meistens nur aus Weichballistik

 

Es gibt auch kugelsichere Westen, deren Material aus festen Platten besteht. Diese Modelle sind den höheren Schutzklassen zuzuordnen.

Sehr effektiv ist eine Kombination aus beiden Formen der kugelsicheren Weste. Teile der kugelsicheren Weste werden mit Panzerplatten-Materialien ausgestattet. Gleichzeitig wird die Weste durch kugelsichere Faserbereiche ergänzt.

Die Beginne der schusssicheren Weste

Schusssichere Westen mit ihren widerstandsfähigen Material gehören zu den Schutzwaffen. Die Entwicklung der Körperpanzerung geht auf die Anfänge in der Antike zurück. Zu dieser Zeit wurde bereits Körperpanzerung aus Bronze hergestellt. Diese half dem Träger sich gegen Einwirkungen von Hieb-, Stich- oder Geschosswaffen zu schützen. Weiterhin finden sich frühe Faserverbundpanzerungen in den Leinenpanzern der griechischen Antike wieder. Stählerne Platten Planzer wurden ab dem 14. Jahrhundert in Europa produziert. Sie schützen effektiv gegen Geschosse von Bogen- und Feuerwaffen. Daher hat Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts für seine Karossiere Brust- und Rückenpanzer anfertigen lassen.

Zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sich die schusssicheren Westen und ihr Material weiter entwickelt. Neue Werkstoffe wurden entdeckt, die die Schutzwirkung weich- und hartballistischer Schutzwesten erhöht hat. In diesem Zusammenhang wurde über die künstliche Spinnseide und Nanotechnik berichtet. Auch war die Rede von einem Verbundmaterial, welches angeblich Belastungen von bis zu 250 Tonnen pro Quadratzentimeter standhalten sollte.

Die USA taten sich aufgrund einer hohen Waffengewalt schwer. In Ballungszentren wie Chicago kam es zu erhöhten gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ein Priester, namens Casimir Zeglen sowie ein Erfinder, Jan Szcezepanik, kamen zueinander, um eine kugelsichere Weste für diese Verhältnisse zu erfinden. Sie nahmen sich die asiatische Weste als Vorbild und verstärkten diese. Es wurden zwischen den Seidenschichten eine Metallplatte angebracht, und in das Gewebe eingebracht. Die beiden Erfinder konnten öffentlich demonstrieren, dass die Weste einem starken 44er Kaliber aus einem Revolver standhalten konnte.

Die Erfindung von Kevlar

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Die Erfinderin von Kevlar: Stepahnie Kwolek

Kevlar wurde 1965 von der Forscherin Stephanie Kwolek entdeckt. In der Forschungsabteilung der Firma Du Pont wurde folgendes herausgefunden: Para-Aminobenzoesäure konnte unter spezifischen Konditionen polymerisiert werden. Dies führte zu der Entstehung von kettensteifen Polymer. Dieses Polymer konnte man zu einer Faser spinnen.

Das beeindruckende hierbei ist, dass dieses Polymer stabiler was als alle synthetischen Fasern, die bis zu diesem Zeitpunkt bekannt waren. Diese Errungenschaften sind auf die molekulare Struktur der Substanz zurückzuführen.

 

In weiteren intensiven Forschungen wurde herausgefunden, dass das Material nicht bricht. Es handelte sich hier um eine versehentliche Entdeckung, diese war aber von höchster Wichtigkeit. So kam es in 1971 dazu, dass offiziell Kevlar erfunden worden ist. Kwolek hatte aber mit der Entwicklung von

 

weiteren Anwendungen von Kevlar nichts zu tun. Beispielsweise wurde Kevlar als Material für schusssichere Westen verwendet.

Kevlar.Verbundwerkstoff (1)

 

Das Material der kugelsicheren Westen heute

Nennenswert ist bei kugelsicheren Westen die Unterscheidung zwischen Weich- und Hartballistik. Neue Erkenntnisse in der Forschung haben zu widerstandsfähigen Materialien für schusssichere Westen geführt. Entsprechend sind neue Schutzklassen entstanden.

Weichballistik

Bei Weichballistik trifft das Geschoss auf eine mehrschichtige Netz- oder Folienstruktur, die aus reißfestem Gewebe besteht. Wenn das Geschoss die Schichten der Weichballistik in eine Bewegung versetzt, wird die Energie absorbiert. Die Fasern werden gedehnt. Derartige Schutzausrüstungen kennt man schon sehr lange. Schutzwesten aus Seidenfasern wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Mittlerweile nutzt man oftmals Aramidfastern, die auch unter dem Namen Kevlar bekannt sind. Dieser Kunststoff ist reißfest, und altert langsam. Da Feuchtigkeit auch zum Verlust der Eigenschaften führen kann, werden die Schutzeinlagen in Kunststofffolie eingeschweißt.

Hartballistik

Das Geschoss trifft hier auf eine Platte, die aus hartem Material besteht. Die kinetische Energie des Projektils wird hier verteilt, von der Platte aufgenommen und führt zu Verformungen der Platte. Dieses Prinzip wird bereits seit langer Zeit in Rüstungen verwendet. Die modernen hartballistischen Schutzplatten werden nach dem Schichtprinzip angefertigt. Sie besitzen eine Kurvenfom, damit die Auftreffenergie besser absorbiert werden kann. Aufgrund von Platten kann abhängig von der Materialstärke ein Schutz gegen alle Arten von Geschossen gewährleistet werden. Die Platten besitzen einen Stahlkern. Oftmals sind es bei der Hartballistik Keramikplatten, die zum Einsatz kommen.

Hartballistik
Klassische Weste mit Hartballistik der Schutzklasse 4

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