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Schusssichere Weste

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Schusssichere Weste

Sie hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Für Menschen in gefährlichen Situationen ein echter Lebensretter. In Musikvideos und Filmen ein Kulturobjekt:

Die schusssichere Weste!

Doch was ist das genau?

 

Was ist das?

Eine schusssichere Weste ist Teil einer Sicherheitsausrüstung für Personen, die sich der Gefahr stellen müssen, eventuell mit Schusswaffen beschossen zu werden. Dazu gehören in erster Linie Soldaten und Polizisten. Doch auch Privatpersonen haben ihr berechtigtes Interesse am Erwerb einer Schusssicheren Weste.

Sie ist eine besondere Art der Schutzweste, die massiven Belastungen standhalten muss.

Geschichte der kugelsicheren Weste

Die Schussweste hat ihren Ursprung in der klassischen Rüstung. Die ersten Westen dieser Art sind genauso alt, die Schusswaffen an sich. So gab es bereits im 14. Jahrhundert v. Chr. Westen, die gegen Schusswaffen der damaligen Zeit aus Bronze gefertigt wurden. Danach gab es Panzerungen aus Stahl. Vor der Erfindung der ersten Schusswaffe, haben sich Soldaten hauptsächlich gegen Pfeilbeschuss und Armbrüste wehren müssen. Auch Schleudern galt es abzuwehren.

Mit der Erfindung der ersten Schusswaffen mit Schwarzpulver werden auf die 1320er datiert. Im 16. Jahrhundert hingegen verbreiteten sich die Feuerwaffen innerhalb Europas. Mit wachsender Verbreitung und der Entdeckung er enormen Schadkraft der Feuerwaffen, wuchs der Bedarf an Panzern und Rüstungen. So haben die Römer und Italiener ebenfalls im 16. Jahrhundert bereits mit den ersten kugelsicheren Westen experimentiert.

Die Adligen ließen sich Schutzrüstungen anfertigen, die aus mehreren Metallschichten bestanden. Die äußere Schicht war dafür vorgesehen, die Kugel abzufangen und zu verlangsamen, während die zweite innere Schicht vor Traumata schützen sollte. Die ersten Versuche liefen jedoch gewaltig schief und es gab viele Todesopfer. Die weiteren Schutzwesten konnten Kugeln mit einer hohen Fehlschlagrate abfangen. Dennoch wurden Sie vom Adel und hochrangingen Soldaten getragen.

Zu Beginn des. 19. Jahrhunderts gab es einen technologischen Fortschritt von Seiten der Japaner und Koreaner Sie fertigten Rüstungen aus Seide an, die sich etwas effektiver erwiesen, aber enorm teuer. Die Westen bestanden aus über 30 Schichten von Seide und konnten damalige Schüsse aus Schwarzpulverwaffen abfangen.   Dennoch stellten Sie die Basis für die Weiterentwicklung von kugelsicherer Kleidung dar.

Gleichzeitig ließ Napoleon Panzer für Brust und Rücken anfertigen, die Geschosse von Bögen und Feuerwaffen abhalten sollten. Sie versprachen mittelmäßigen Schutz im Vergleich zum heutigen Standard, doch konnten einige Geschosse der damaligen Zeit abwehren und somit Leben retten.

In den USA wurde zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkrieges die U.S. Civil War West angefertigt. Sie bestand lediglich aus Baumwolle bestand. Das Konzept basierte auf einem Hohlraum zwischen zwei Baumwollschichten, in die Panzerplatten aus Metall eingelegt werden konnten. Leider war die Weste für Soldaten unkomfortabel aufgrund des hohen Gewichts. Der damalige Ehrenkodex unter Soldaten führte außerdem dazu, dass das Tragen der Weste als feige und unehrenhaft bezeichnet wurde. Gegen fortschrittlichere Musketen und die ersten Spitzgeschosse war die Weste ohnehin nutzlos. Sie wird dennoch als die erste kugelsichere Weste der Welt bezeichnet.

 

Dramatische Wendung in den USA

Es gab einen Aufschrei und einen verstärkten Wunsch nach einem stärkeren Schutz gegen Feuerwaffen, als im Jahr 1901 der amerikanische Präsident William McKinley ermordet wurde. Das US-Militär wurde auf die Technologie der Japaner aufmerksam und begann intensiv in diesem Bereich zu forschen. Sie stellten fest, dass die Seidenpanzer zwar gegen Kugeln mit geringer Geschwindigkeit effektiv waren, aber insgesamt nicht gegen aktuelle Handfeuerwaffen oder Gewehre schützen konnte.

McKinley Attentat

Die vereinigten Staaten litten zu der Zeit unter hoher Waffengewalt, besonders in Ballungszentren, wie Chicago. Ein Priester aus der Zeit, namens Casimir Zeglen, tat sich mit dem Erfinder Jan Szcezepanik zusammen, um eine kugelsichere Weste zu erfinden, die den damaligen Waffen die Stirn bieten konnte.

Sie nahmen sich der asiatischen Weste an und verstärken diese, indem sie zwischen die Seidenschichten eine Metallplatte anbrachten, die mit in das Gewebe eingebracht wurde.

Das Erfinder-Duo präsentierte ihre Erfindung live in New York City und konnten somit öffentlich demonstrieren, dass sogar das vergleichsweise starke 44er Kaliber aus einem Revolver nicht durch ihre Weste durchdringen konnte.

Das US-Militär wurde auf die Weste aufmerksam. Leider befanden die Spezialisten, dass die Konstruktion zu aufwendig und damit zu teuer und zu schwer war. Der Priester Zeglen kontaktierte daraufhin das Weiße Haus direkt und wollte ein Treffen mit dem Präsidenten vereinbaren. Der Termin sollte zwei Wochen nach dem tödlichen Attentat auf den damaligen Präsidenten William McKinely stattfinden. Er wurde von einer .32er Kugel getroffen und hätte mit der Weste von Zeglen wahrscheinlich überlegen können, denn sie war ausreichend gegen diese Größe des Kalibers.

Währenddessen hat Zeglen jedoch den Erzherzog Franz Ferdinand überzeugen können, einige seiner Westen zu erwerben. Er trug die Weste Zeglens sogar beim Attentat von Sarajevo, dass als Auslöser für den Ersten Weltkrieg betitelt wurde. Aufgrund der schlechten Negativschlagzeilen musste Zeglen leider das Geschäft aufgeben, denn er konnte danach keine Westen mehr verkaufen.

Franz Ferdinand wurde allerdings am Hals getroffen, sodass die Weste ihn nicht hätte retten können. Die negative Berichterstattung über Zeglen war somit nicht gerechtfertigt, hat jedoch ausgereicht, um sein Lebenswerk zu zerstören. Er verbrachte den Rest seines Lebens weiter damit, seine Konstruktion zu verbessern, doch schaffte es nie wieder zu alter Bekanntheit.

 

Technologischer Fortschritt während des Ersten und Zweiten Weltkrieges

Not macht bekanntlich erfinderisch und während des Ersten Weltkrieges gab es mehr als genug davon. Su wurden während des Krieges sowohl von der deutschen Armee als auch von den Alliierten Stahlrüstungen und Helme getragen, die als Plattenpanzer bekannt waren. Sie dienten hauptsächlich dem Schutz gegen Splitter und Beschuss, leider ebenfalls nur mit moderater Effektivität.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde von Militärtechnikern in den USA die „Flak Jacket“, die Splitterschutzweste erfunden. Sie wurde aus ballistischem Nylon gefertigt und versprach Schutz gegen Munitionsteile und Granatsplitter. Sie wurde von vielen US-Soldaten getragen, war jedoch gegen direkten Beschuss ineffektiv.

Auch auf russischer Seite gab es einen Plattenpanzer, der während des Zweiten Weltkrieges entwickelt

wurde. Die SN-42 waren zwar mit 3,5 kg zwar enorm schwer, doch konnte Beschuss aus einer MP-40, dem deutschen Maschinengewehr des Zweiten Weltkrieges, aushalten.

Die Entfernung musste dabei jedoch an die 100 Meter betragen.

 

Insgesamt konnten jedoch alle Entwicklungen keinen vertrauenswürdigen Schutz auf kurze Distanz und gegen starke Geschosse bieten. Zudem kamen Behinderungen durch hohes Gewicht.

In den 1960er ging es los

Der erste Meilenstein in der Entwicklung der Schusswesten wurde in den 1960er Jahren gelegt. Fasern wurden entdeckt und weitläufig in der Textilindustrie in Produktionsprozesse eingebunden. Es dauerte allerdings weitere zehn Jahre, bis diese Erkenntnisse für die Forschung von schusssicherer Kleidung erforscht werden konnte.

Es war die Erfindung von Kevlar, einer Fasernart, die vom US-amerikanischen Technologiekonzern Du Pont erfunden und als Patent registriert wurde. Kevlar gehört zur Gruppe der Aramide.

Ursprünglich wurde Kevlar jedoch nicht zum Schutz gegen Kugeln erfunden, sondern war für die Industrie der Automobilreifen bestimmt. Es sollte die bis dahin verwendeten Stahlmäntel in Autoreifen ablösen. Da sich das Material als äußerst widerstandsfähig erwiesen hat, ließen die ersten Versuche mit Schusswaffen nicht lange auf sich warten.

Das amerikanische Justizministerium hat jahrelange Versuche mit dem Material und unterschiedlichen Kalibern vorgenommen. Die Ergebnisse: Patronen des Kalibers .38 für Kurzwaffen und .22er Patronen aus Langwaffen konnten erfolgreich abgewehrt werden! Der Meilenstein für einen effizienten Schutz gegen Schusswaffen war gelegt!

Die Testergebnisse konnten folgende Erkenntnisse vorweisen:

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% konnte eine Person den Treffer einer Patrone eines .38er Kalibers überleben, wenn die Patrone nicht schneller als mit einer Geschwindigkeit von 243,84 Metern die Sekunde verschossen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem solchen Treffer derart verwundet zu sein, dass man operiert werden muss, liegt bei unter 10 %.

Im Jahre 1976 haben amerikanische Wissenschaftler öffentlich verkündet, dass Kevlar effizient kugelsicher und leicht genug ist, um von Polizisten im Dienst getragen zu werden.

Seitdem wurde kontinuierlich am Material der ballistischen Schutzausrüstung geforscht. Kevlar ist nach wie vor ein fester Bestandteil des Ganzen. Doch auch andere Aramide und Kunststoffe werden eingesetzt.

 

Aufbau / Konstruktion

Die Konstruktion einer ballistischen Schutzweste ist faszinierend. Aus unterschiedlichen Kombinationen von Materialien wird eine physische Bestandsfähigkeit geschaffen. Doch welche Materialien werde heutzutage verwendet? Ist der Begriff Kevlar Weste immer zutreffend?

 

Material

Kevlar ist ein wichtiger Bestandteil ballistischer Schutzausrüstung, doch auch andere Aramide werden verwendet. Doch auch Metallteile wie Titan oder Stahl werden in diesem Bereich eingesetzt. Welche Art von Material bei welcher Schutzkleidung zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Konstruktion ab. Es wird hierbei zwischen Weichballistik und Hartballistik unterschieden. Je nach Schutzklasse wird eine andere Bauart verwendet. Bei Schutzklasse 1 kommt eher Weichballistik zum Einsatz, während bei einer SK4 Weste eine Kombination aus beidem zum Einsatz kommt. Da die Thematik des Materials so umfangreich ist, haben wir einen eigenen Artikel zum Thema „Schusssichere Weste Material“ verfasst.

 

Weichballistik

Unter der Weichballistik versteht man den Teil einer kugelsicheren Weste, der aus Netzfasern und Folien besteht. Es werden mehrere Schichten der Materialien übereinandergelegt. Beim Einschuss wird der Verbundwerkstoff in die Richtung des Einschusses gedehnt. Die Fasern hingegen spannen sich und hindern die Kugel am hindurchdringen. Die Schlagkraft und die Energie der Patrone bleibt bei der Weichballistik jedoch erhalten. Daher entstehen Hemmatome und Gewebeverletzungen. Die Patrone trifft auf den Körper und beschädigt ihn, kann jedoch nicht eindringen und tiefere Wunden verursachen.

Beim Testen von Weichballistik wird darauf geachtet, dass einerseits die Kugel nicht hindurchschlagen kann und andererseits die Kugel nicht zu tief in das körperliche Gewebe eindringt und wohlmöglich doch Fleischwunden hinterlässt. Forscher testen die Standhaftigkeit mit Knetmasse, die dem menschlichen Körper nachempfunden ist.

Der Stoß der Kugel wird bei Weichballistik vom Körper aufgefangen, was regelmäßig zu Gefäßverletzungen oder sogar zu Knochenbrüchen führen kann. Die Stabilität hängt stark von der Reißfestigkeit des Gewebes ab.

Das Prinzip basiert auf der anfangs erwähnten japanischen und koreanischen Technik des 19. Jahrhunderts. Es wurden mehrere Schichten aus Seide übereinandergelegt, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwies sich die Weichballistik besonders gegen Revolver effektiv, da diese eine geringe Mündungsgeschwindigkeit vorweisen konnten. Mit der Erfindung der Magazinwaffen wurde diese Technologie jedoch zunehmend ineffektiver.

Heutzutage wird die Weichballistik hauptsächlich bei schusssicheren Westen der Schutzklasse 1 eingesetzt. Theoretisch ist es möglich, zahlreiche Schichten übereinander zu legen und somit jedes Geschoss abzuwehren. Aufgrund des zunehmenden Gewichts und der Bewegungseinschränkung wäre dies unpraktikabel.

Somit schützt die Weichballistik in der Praxis heute vor allem gegen Handfeuerwaffen mit Kleinkalibern eingesetzt und beispielsweise von normalen Streifenpolizisten getragen. Weichballistik bietet keinen Schutz gegen Stiche und Schnitte, wenn die Weste nicht mit Hartballistik verstärkt wird.

Kevlar.Verbundwerkstoff
Eine Platte vom Kevlar-Verbundstoff. Darauf basiert die Weichballistik.

Hartballistik

Plate Carrier Hartballistik
Ein Soldat schiebt seinen „Plate Carrier“ in die Schutzweste. Teil der Hartballistik!

Die Hartballistik ist der Teil der kugelsicheren Weste, die für das Aufhalten von stärkeren Kalibern verantwortlich ist. Im Vergleich zur Weichballistik kommen hier keine Kunststoffe und Fasern zum Einsatz. Hier wird eine Platte aus Stahl oder Keramik eingelegt, an welcher die Kugel abprallt. Die Hartballistik ähnelt prinzipiell einer altertümlichen Ritterrüstung. Während zu Beginn hauptsächlich Stahl und Metalle verwendet wurden, kommen heutzutage Keramik- oder Polyethylenplatten zum Einsatz.

In der Regel kommen unterschiedliche harte Materialien zum Einsatz, die in Schichten übereinander platziert werden. Die volle Effektivität erreicht die Hartballistik jedoch erst in der Kombination mit weichballistischen Materialien. Hartballistische Platten sind in der Regel leicht rund geformt, sodass der Schuss abgelenkt und die kinetische Energie besser gestoppt werden kann.

Theoretisch ließe sich alleine mit Hartballistik beinahe jedes Geschoss aufhalten. Aufgrund der fehlenden Praktikabilität im Einsatz, muss stets eine Balance zwischen Gewicht und Schutz erreicht werden. Hartballistische Schutzplatten erreichen meistens schon ein hohes Gewicht, weshalb sie eher vom Militär sowie und Spezialeinheiten und seltener von Streifenpolizisten getragen werden. Reporter in Kriegsregionen tragen ebenfalls beschusshemmende Westen mit Hartballistik. Im Gegensatz zur Weichballistik kann die Hartballistik gegen Stiche und Schnitte schützen.

Hartballistik wird meistens erst bei Westen der Schutzklasse 3 und 4 verwendet. Westen der unteren Schutzklassen können häufig mit Schutzplatten der Hartballistik aufgerüstet werden, um dem Schutz höherer Schutzklassen zu entsprechen. Im Fachjargon werden die Schutzklassen als Plate Carriers bezeichnet, was wichtig ist, wenn Sie eine schusssichere Weste kaufen möchten.

Funktionen

Die Funktionen beschusshemmender Kleidung sollte offensichtlich sein: Den Träger vor Verletzungen durch Schuss- oder Stichwaffen sowie Splittern schützen. Im Folgenden möchten wir genauer auf die einzelnen Funktionen eingehen.

 

Gegen Schüsse

Der Grund der Erfindung der ballistischen Weste ist die zerstörerische Durchschlagskraft von Schusswaffen. In Amerika haben Schusswaffen eine lange Geschichte von kultureller Bedeutung, weshalb es vor Ort jährlich zahlreiche Verwundete durch Schusswaffen gibt. Somit sind dort auch Zivilisten gefährdet. Hierzulande sind vor allem Soldaten im Einsatz, aber auch Polizisten, Sicherheitskräfte und sonstige Beamte von Sicherheitsbehörden gefährdet. Doch auch Jäger und Bürger haben ein Recht dazu, sich zu schützen, denn auch hierzulande gibt es Schusswaffenkriminalität.

 

                              Schusswaffenkriminalität in Deutschland

Insgesamt ist die Schusswaffenkriminalität in Deutschland rückläufig. Im Unterschied von 2015 auf 2016 gab es jedoch erneut einen leichten Anstieg. So wurden im Jahr 2016 4.425 Bedrohungen mit einer Schusswaffe gezählt. Erstaunlicherweise gab es 5.542 Fälle, bei denen von einer Schusswaffe illegaler Gebrauch gemacht wurde. Somit wurde im Jahr 2016 15 mal am Tag eine Schusswaffe im Rahmen einer Straftat abgefeuert. Leider gab es im Jahr 2016 insgesamt 805 schwere oder gefährliche Körperverletzungen mit einer Schusswaffe.

Täglich werden somit 2 Menschen in Deutschland durch Schüsse verletzt. Raubdelikte im Zusammenhang mit einem abgefeuerten Schuss gab es 116 Fälle. Raubdelikte mit Drohungen gab es 1.906 Fälle. Durchschnittlich sterben in Deutschland jährlich rund 70 Menschen durch Schusswaffen im Rahmen eines Tötungsdeliktes. Im Jahr 2016 sind 862 Opfer von Morden oder anderen Tötungsdelikten geworden. Darunter sind 7 Vollstreckungsbeamte und 6 Polizeibeamte. Versuchten Mord oder Todschlag gab es 2170. In wie vielen Fällen Schusswaffen zum Einsatz kamen, ist noch nicht bekannt. Im Jahr 2016 wurden 13 Menschen von der Polizei erschossen.

 

schusswaffenkriminalität
Ausgehobenes Waffenlager

 

Gegen Explosionen

Ballistische Kleidung im Militärbereich ist auch gegen Splitter von Explosionen geschützt. Sie wird häufig vom Militär oder Kriegsreportern getragen. Im Rahmen der offiziellen Schutzklassen wurde die Effizienz dafür jedoch nicht getestet.

 

Stichschutz

Stich- und Schnittwunden sind in Deutschland häufiger als Verletzungen mit der Schusswaffe. Was vielen nicht bewusst ist: Sie sind meistens deutlich gefährlicher und häufiger tödlich. Daher verwenden gerade Sicherheitskräfte oder Türsteher sogenannte Stichschutzwesten! Ballistische Westen der Schutzklasse 1 und 2 schützen nicht von Haus aus gegen Stiche und Schnitte. Erst ab der Schutzklasse 3 und 4, wenn Hartballistik zum Einsatz kommt, ist der Träger gegen diese Art von Angriff geschützt. Es gibt jedoch auch Stichschutzwesten, die nur auf den Schutz gegen Stich- und Schnittwaffen ausgelegt sind.

 

Schutz gegen Schläge

Wer Gefahr läuft angeschossen zu werden, unterliegt auch häufig der Gefahr mit Tritten oder Schlägen körperlich angegriffen zu werden. Daher ist ein Aufgabenfeld der schusssicheren Kleidung, auch dämpfend gegen diese Art der Angriffe zu schützen. Die meisten Westen schützen jedoch nur inoffiziell in diesem Bereich. Dennoch gibt es einige Erfahrungsberichte von Personen, die behaupten, dass sie ohne ihre kugelsichere Weste Brüche oder Prellungen erlitten hätten.

 

Schutzklassen

Ballistische Schutzwesten werden in unterschiedliche Kategorien eingeordnet. So kann der Träger erkennen, gegen welche Kaliber und Bedrohungen die Weste effektiv schützen kann. Es gibt zwei unterschiedliche Klassen, die für den deutschen oder deutschsprachigen Träger relevant sind: Die deutschen und die amerikanischen Schutzklassen. Sie unterscheiden sich durch ihre Testverfahren. Während im amerikanischen Testverfahren lediglich ein Schuss abgefeuert wird, kommen im deutschen Testverfahren drei Schüsse zum Einsatz. Beim Kauf einer schusssicheren Weste werden häufig beide Schutzklassen angegeben, um Missverständnisse zu vermeiden.

 

Schutzklasse 1 – SK1 und Level IIIA

Die Schutzwesten SK1 werden oft von Streifenpolizisten getragen. Sie sind für den Schutz gegen Kurzwaffen ausgelegt, Maschinenpistolen inklusive. Dazu gehören 9mm Patronen, ebenso wie 22.er Kaliber. Die SK1 ist jedoch nur für Patronen mit Weichkern und Rundkopf sowie Hohlspitzgeschosse ausgelegt. Die SK1 schützt nicht gegen Stiche und Schnitte, da sie ausschließlich auf Weichballistik basiert. Sie entspricht dem amerikanischen Level IIIA.

Schutzklasse 2 – SK2

Die Schutzklasse 2 schützt ebenfalls nur vor Schüsse durch Kurzwaffen. Allerdings sind auch Patronen mit Hartkern abgedeckt, die mehr Durchschlagskraft besitzen. Stiche und Schnitte werden bei SK2 nicht abgedeckt, da die SK2 ebenfalls nur mit Weichballistik ausgestattet ist.

Schutzklasse 3 – SK3 und Level III

Die Schutzklasse 3 ist bereits für schwerere Geschosse aus Langwaffen geeignet. Sie wird häufig von Einsatzkräften im Militärbereich oder von Spezialeinheiten getragen. Westen dieser Schutzklasse können Langwaffenmunition mit Vollmantel und Weichkern sowie Hohlspitzgeschosse abwehren. Da die SK3 bereits mit Hartballistik ausgestattet ist, können auch Stiche und Schnitte abgewehrt werden. Die SK3 entspricht dem amerikanischen Standard der Level III.

Schutzklasse 4 – SK4 und Level IV

Die schusssicheren Westen der SK4 ist die stärkste Weste. Sie schützt den Träger vor Langwaffenmunition mit Hartkern. Dazu gehören sogar .30er Kaliber. Aufgrund des Einsatzes von Hartballistik schützt sie gegen Stiche und Schnitte sowie Splittern.

 

Einsatzbereiche

Ballistische Kleidung wird weltweit in von zahlreichen Personen unterschiedlicher Berufsgruppen und Privatpersonen getragen. Die folgende Aufzählung soll einen Überblick darüber verschaffen, wo überall kugelsichere Kleidung zum Einsatz kommt und wer diese in Deutschland trägt:

  • Jäger: Sie schützen sich zunehmend gegen Querschläger und Jagdunfälle. Wer viel auf der Jagd ist, sollte sich den Kauf überlegen.
  • Sportschützen:
  • Polizisten: Polizisten im Streifendienst oder in Spezialeinheiten statten sich ebenfalls mit kugelsicheren Westen aus. Manche Bereitschaftspolizisten tragen sie auch auf Demonstrationen.
  • Sicherheitsdienstleister: Ob Personenschützer oder sonstiger Sicherheitsdienstleister, in der Sicherheitsbranche schützen sich regelmäßig gegen Schusswaffen.
  • Türsteher: Türsteher sind regelmäßig besonderen Gefahren ausgesetzt und greifen oft kugelsichere Westen zurück.
  • Geheimdienste: Agenten tragen ebenfalls kugelsichere Westen oder sogar kugelsichere Anzüge.
  • Militär: Die Bundeswehr ist ebenfalls ausgestattet, momentan in Auslandseinsätzen wie Afghanistan.
  • Journalisten: Kriegsreporter befinden sich in besonderen Gefahrensituationen und bedürfen Schutz auf Militärniveau.
  • Rettungsdienst: Rettungsdienstleister haben in den letzten Jahren zunehmend aufgerüstet. Betrunkene oder aggressive Menschen greifen sie oft grundlos an. Oft tragen sie jedoch eher Stichschutzwesten.
  • Politiker: Politiker im In- und Ausland tragen kugelsichere Westen oft unter der Kleidung, wenn sie sich in gefährliche Situationen befinden oder in Krisengebiete reisen.
  • Prominente: Prominente Personen haben oft Stalker oder andere Probleme.

 

Rechtliches

Schusssichere Westen sind nach der Definition im Waffengesetz keine Waffe, sondern gehören zur Schutzausrüstung. Daher darf jeder deutsche Bürger ohne Altersbegrenzung diese legal erwerben und tragen. Sie wird jedoch als Schutzwaffe definiert und unterliegt somit versammlungsrechtlichen Bestimmungen.

In Österreich sieht es anders aus. Hier dürfen nur Angehörige bestimmter Berufsgruppen eine Schutzweste erwerben. Nach unserer Recherche dürfen Privatpersonen auch in Österreich die Westen tragen, sogar in der Öffentlichkeit.

In vielen Ländern dürfen Privatpersonen keine ballistische Kleidung tragen. Sogar der Handel und In- und Export werden stark überwacht.

In Deutschland hingegen gibt es eine Einschränkung:

Verbot auf öffentlichen Versammlungen

Nach §17a des Versammlungsgesetzes dürfen auf Demonstrationen und Versammlungen keine Schutzwaffen getragen werden. Unter Schutzwaffen verstehen passive Waffen, die nicht zum Angriff, sondern zum Schutz der Person bestimmt sind. Dazu gehören auch Schutzwesten, denn im Zweifel können sie Behörden davon abhalten bzw. daran behindern, Zugriffe zu machen.

Die kugelsichere Weste würde die Polizei daran behindern, im Notfall einen Bürger mit der Schusswaffe niederzustrecken. Das kommt in Deutschland zwar so gut wie nie vor, doch die rechtliche Situation umfasst auch sonstige Gegenstände, wie Motorradhelme oder Schilder.

 

Modische Aspekte

50centKugelsichere Westen haben in vielen Bereichen kulturelle Bedeutung. Gerade im Bereich Hip Hop und Rap tragen Künstler oft derartige Schutzkleidung um ihr Image als „Böser Bube“ zu unterstreichen. Allzubekannt ist das Bild von 50 Cent, einem amerikanischen Rapper, der mehrmals angeschossen wurde, auf seinem Albumcover mit schusssicherer Weste.

Doch auch in der internationalen Modeszene gibt es begeisterte Designer, die sich an extravaganten Kostümierungen mit dem Hintergrund des ballistischen Schutzes versuchen.

Der praktische Hintergrund gerät dabei nicht aus dem Fokus. Somit gibt es durchaus einen Kundenstamm, der daran interessiert ist modisch gekleidet und gegen Kugeln geschützt zu sein. Dazu gehören besonders gefährdete Personen, wie Politiker, Prominente aber auch Mafiosis oder Anhänger von Drogenkartellen.

 

Menschen deren Leben durch Schusswesten gesichert wurden

Die Zahl der Menschen, die weltweit durch schusssichere Kleidung gerettet wurden, dürfen in die zehn- wenn nicht sogar Hunderttausende gehen. In den USA wurden seit der offiziellen Einführung für Vollstreckungsbeamte mehr als 3.000 Leben gerettet. In Deutschland sollen es rund 15 Polizisten sein, deren Leben gerettet wurde. Offiziell gibt es keine Zahlen, sodass die Ziffer wohlmöglich höher liegt.

Kritik

Es gibt ausreichend Kritik am Konzept der „kugelsicheren West“. Auch wenn der Begriff weit verbreitet ist, ist die Weste nicht immer kugelsicher. Der Träger läuft wohlmöglich Gefahr durch die Kugel Verletzungen davonzutragen. Auch sind innere Verletzungen im schlimmsten Fall, aber Prellungen und Frakturen häufig nicht auszuschließen. Der größte Schutz soll darin bestehen, dass die Kugeln die Weste nicht durchdringen und somit schwere Blutungen und Organschäden auslösen, die meistens bei Schussverletzungen zum Tod führen. Teilweise kann es sogar zu Todesfällen kommen, ohne dass eine Kugel die Weste durchdringt. Alleine der Aufprall kann solche Organschäden auslösen.

Weitere Kritik trifft die Schutzfähigkeit gegen bestimmte Kaliber. Sollte jemand von einem Kaliber getroffen werden, der Westenträger ist aber keine ausreichende Schutzklasse vorweisen kann, so kann die Verletzung teilweise schlimmer ausfallen, als ohne Weste. Durch den ballistischen Schutz kann das Geschoss splittern und sich im Körper verteilen, was teilweise drastischere Verletzungen hervorruft als bei einem glatten Durchschuss.

Hinzu kommt die Tatsache, dass der Träger nicht am ganzen Körper geschützt ist und an anderen Stellen getroffen werden kann. Außerdem kann das Gewicht die Bewegung und Mobilität des Trägers im Einsatz negativ beeinflussen.

Schusssichere Kleidung kann nur schützen, wenn sie passend und korrekt angelegt wurde. Westen unterliegen außerdem einen Alterungsprozess, der die Effektivität über die Jahre mindert. Somit sollte die Schutzkleidung alle fünf Jahre spätestens ausgetauscht werden.

Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Eigenschaften der schusssicheren Weste. Die Kritikpunkte machen deutlich, wie wichtig es ist, sich vor dem Kauf intensiv mit der Materie zu befassen und um das richtige Modell zu finden. Vor allem Schutzklasse, Passform und Größe sollten in die Kaufentscheidung miteinbezogen werden.

 

Fazit

Kugelsichere Westen haben ihren berechtigten Zweck und sollten sowohl von Privatpersonen, die mit Schusswaffen hantieren, als auch von Polizisten, Sicherheitsprofis und Soldaten getragen werden. Jäger und Sportschützen haben die Möglichkeit sich vor Querschlägern oder Unfällen zu schützen. Polizisten, Sicherheitsdienstleister oder Soldaten profitieren vom Schutz in feindlichen Situationen und sollten darauf nicht verzichten.

 

Schusssichere Weste kaufen

Schusssichere Weste kaufen Thumbnail

  Die Gründe dafür, eine kugelsichere Weste kaufen zu wollen, können vielfältiger Natur sein. Sie sind Beamter einer Sicherheitsbehörde oder der Bundeswehr, arbeiten in der Sicherheitsbranche, sind Jäger und möchten sich vor Querschlägern schützen oder aber Sie sind ein besorgter Bürger, der sich gerne schützen möchte. Sie zählen zu einer …

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