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Kampfsport und Kampfkünste

Kampfsport – ein uralter Trend?

Der moderne Kampfsport hat sich aus historischen Kampfkünsten entwickelt, die teilweise bis zum Jahr 1.000 v. Chr. nachzuweisen sind. Sie dürften aber noch älter sein, nur sind die Zeugnisse dafür verloren gegangen.

Bedeutung der historischen Kampfkünste

Kampfkünste wurden entwickelt, um in kriegerischen Auseinandersetzungen zu gewinnen. Wichtig zu wissen: Bei den Urvölkern und auch in der griechischen und römischen Antike bedeuteten Kriege nicht zwangsläufig verheerendes Abschlachten von anderen Menschen. Dieses setzte erst mit den mittelalterlichen Kreuzzügen ein und hatte seinen Höhepunkt in den verheerenden beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts inklusive Holocaust und Atombombenabwürfen. Unser Verhältnis zum Tod musste sich damit wandeln.

Wir wissen seit einigen Jahrhunderten, dass wir jederzeit und schnell die Todesopfer von Kriegen und neuerdings auch von Terror werden können. In grauer Vorzeit war das anders: Man kämpfte allein, um zu siegen, nicht vorrangig um des Tötens willen. Den unterlegenen Gegner, der seine Niederlage eingestand, verschonte man. Todesopfer eines Krieges – oft nur wenige – wurden von beiden Parteien gemeinsam betrauert und von den Siegern, die sie getötet hatten, um Vergebung gebeten. Damit war es aber wichtig, im Kampf seine körperliche Überlegenheit durch Kraft und Technik zu beweisen. Unter dieser Prämisse entstanden Kampfsportarten und Kampfkünste.

Nachgewiesene Geschichte von Kampfkünsten

Die ältesten nachgewiesenen Traditionen von Kampfkünsten sind aus Europa belegt. Das bedeutet aber nicht, dass es beispielsweise im asiatischen Raum ähnlich nicht alte Traditionen gibt, nur fehlen hierzu die Zeugnisse. In Europa wären historische Kampfkünste:

  • Pankration (Allkampf, nachgewiesen seit dem 7. Jhd. v. Chr.)
  • Pale (Ringkampf, erste Ursprünge wahrscheinlich vor rund 3.000 Jahren)
  • Pygme (Faustkampf, seit 7. Jhd. v. Chr.)
  • Fechtschule von Liechtenauer (seit dem 14. Jahrhundert)
  • Fechtanweisungen von Hans Talhoffer (15. Jahrhundert)

Pankration, Pale und Pygme waren Disziplinen bei den antiken Olypmpischen Spielen in Griechenland. Daher stammen auch die historischen Belege. Bekannter sind heutzutage Kampfsportarten, die sich aus den zahlreichen traditionellen Schulen in Asien entwickelt haben. Sie wirken kämpferischer und vielfach eleganter, daher sind sie in der öffentlichen Wahrnehmung als “Kampfsport” stärker präsent.

Dabei sind doch Ringen und Boxen nach wie vor olympische Disziplinen. Ein wichtiges Moment der asiatischen Kampfkünste ist allerdings ihre starke Ritualisierung und Unterfütterung mit philosophischen und manchmal sogar religiösen Elementen. Das zieht viele Sportler an. Die asiatischen Kampfsportarten sind historisch etwa seit den folgenden Zeiträumen belegt:

  • Karate: seit dem 6. Jahrhundert
  • Kung Fu: seit dem 5. Jahrhundert
  • Judo: seit dem 8. Jahrhundert
  • Taekwondo: nach 1945 aus Karate entwickelt
  • Jiu Jitsu: seit dem 16. Jahrhundert

Kampfsportarten wandeln sich, doch der Trend, sie auszuüben, ist in der Tat uralt.

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